Das Jahr des Jokers

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Das Jahr des Jokers

Wir spielen Statusspiele. Immer und überall. Es beginnt in der Familie, setzt sich im Kindergarten und in der Schule fort und spielt ein große Rolle im beruflichen Alltag. In jeder gesellschaftlichen Gruppierung bilden sich Rangordnungen. Es gibt die Macherin, die sagt, wo´s lang geht, den Clown, der jede brenzlige Situation mit einem Scherz aufbricht, das stille Wasser, die Mauerblume, den Schönen, die Angeberin usw. usf.. Je nach Postion innerhalb der Gruppe ergibt sich hieraus mehr oder weniger Macht im gesellschaftlichen Gefüge. Unsere Rollen werden uns zugewiesen. Aber wir wählen sie auch. Und wir signalisieren uns dies mit feinen körpersprachlichen Mitteln.

Ein wichtiges Element in meinen Präsenzseminaren ist seit vielen Jahren eine Übung zum Status, die immer erstaunliche Erkenntnisse und Entdeckungen für die Beteiligten bereit hält. Ich verdeutliche das Gesellschaftsspiel zum Status anhand von Spielkarten. Wir spielen zwei Runden. Durch Haltung und Blick signalisieren die Teilnehmenden einander, auf welcher Position in der Rangfolge der Spielkarten sie sich befinden. Zunächst glaubt niemand, dass das funktioniert. Und am Ende sind alle erschrocken und auch fasziniert, in welcher Kürze der Zeit wir allein durch nonverbale Kommunikation eine Hierarchie entwerfen können, in der jede*r seinen Platz kennt. In der zweiten Runde ziehen die Teilnehmenden eine Karte ohne darauf zu schauen und halten sie sich an die Stirn. Nun signalisiert mir mein Gegenüber, welchen Status ich habe. Ich lese aus dem Verhalten der anderen, wo ich stehe.

Im Gespräch mit einer Kollegin wurde mir bewusst, dass wir eine sehr wichtige Karte in Zukunft mit ins Spiel nehmen müssen. Den Joker. Der Joker befindet sich außerhalb der Rangordnung. Er widersetzt sich den Regeln. Die Jokerkarte kann immer eingesetzt werden. Sie ist machtvoller als das Ass, da sie nicht determiniert ist und sich ihre Position selber suchen darf. Und sie kann außen vor bleiben, das Spiel nicht mitspielen.

Mit dem Lebensgefühl des Jokers bin ich souverän. Ich weiß um meine Kraft und meine Möglichkeiten. Ich kann mich abgrenzen. Ich nehme meine inneren Impulse wahr und kann mich entscheiden, ob ich ihnen nachgehen möchte.

Das kommende Jahr wird das Jahr des Jokers. Ganz ohne Statusspiele wird es nicht gehen. Aber ich kann von Zeit zu Zeit den Joker aus dem Ärmel ziehen und mich frei machen von „man müsste“ oder „ich sollte“. Ich kann in aller Freiheit das tun, was mir entspricht.

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